Am Dienstag trafen sich 30 Schülerinnen und Schüler des Jahrgang 9 vor der Schule um die Fahrt nach Krakau anzutreten. Vor uns lag eine 8-10 stündige Busfahrt. Einerseits freuten wir uns auf die Stadt Krakau, anderseits war uns auch etwas Bange- was wird uns in Auschwitz erwarten? Die Busfahrt verliefe ohne jegliche Hindernissen. Wir erreichten gegen 17:00 Uhr unser Hostel und konnten unsere Zimmer beziehen. Wir waren sehr angenehm überrascht -2 Bettzimmer, eigenes Bad und sehr sauber. Gegen 18:00 Uhr hieß es – Abendspaziergang in die Altstadt. Wir wussten noch nicht, dass 3.5 km vor uns lagen. In der Altstadt angekommen, suchten wir erst einmal eine Wechselstube. Anschließend lernten wir Krakau bei Nacht kennen – eine charmante Stadt. Der 2. Tag begann für uns mit einer Stadtführung durch Krakau. Die Führung begann im jüdischen Viertel. Wir besichtigten die Remuh Synagoge und den jüdischen Friedhof. Die Jungs mussten eine Kopfbedeckung tragen.  Auf dem Friedhof erfuhren wir von Bestattungsritualen und Trauerbräuchen der Juden, aber auch warum jeder Besucher ein Steinchen und ein Zettelchen auf den Grabstein legt. An einem Grab erzählte uns unsere Stadtführerin unter anderem eine Geschichte von einem jungen Mann, welcher zu viel lernte und der dadurch starb (und gab uns den Tipp, nicht zu viel zu lernen – alle mussten schmunzeln). Anschließend sind wir zu einem Drehort von Steven Spielberg gegangen. Selbstverständlich besichtigten wir den Wawel.  Hier hörten wir eine Geschichte von einem Drachen der in einer Hölle am Fluss lebte. Die Mädchen waren froh, dass der Drache von einem Bauern getötet wurde, denn dieser entführte immer wieder schöne Mädchen. Auf dem Weg zur Altstadt schauten wir uns die Jagiellonen-Universität an. Sie ist eine der ältesten Universitäten in Polen. Bereits Kopernikus studiert hier. In der Altstadt angekommen erfuhren wir noch etwas über die Tuchhallen und den Trompetern die stündlich eine Melodie spielten. Einige Schüler besuchten noch die Marienkirche, mit ihrem sagenhaften Veith-Stoß-Altar.  Eigentlich wollten wir noch in das Museum, welches sich unter dem Marktplatz befindet. Leider war es wegen Wartungsarbeiten geschlossen. Der späte Nachmittag stand uns zur freien Verfügung. Heute stand der Besuch des KZ Auschwitz an. Gegen 14:00 Uhr kamen wir in Auschwitz an.  Nach einer kleinen Toilettenpause erhielten wir eine Einweisung und wurden in 2 Gruppen eingeteilt. Anschließend gingen wir durch die Kontrolle und erhielten Kopfhörer und so eine Art Box zur besseren Verständigung zwischen der Tourenleiterin und unserer Gruppe. Nun liefen wir durch das Tor mit dem signifikanten Spruch „Arbeit macht frei“. Als erstes besuchten wir den Block 4, wo sich u.a. eine Karte mit den Hauptghettos, Transit Camps und Gefängnissen befindet. Weiter besichtigten wir Blöcke, in dem man Hab-und Gut z. B. Koffer mit Namen, Geschirr, Schuhe oder Prothesen, der Häftlinge in Vitrinen lagerte. Ein der gefürchteten Block war der Block 11 auch Todesblock genannt. Dort konnte man neben der Aushungerzelle auch die Standzelle sehen. Dies waren 4 Kammern a 2m² nebeneinander mit einem kleinen Schlitz für jede Kammer für die Luftzufuhr. Insgesamt passten 16 Personen in diesen Standbunker. Danach erzählte uns die Tourenführerin eine Liebesgeschichte zwei Gefangener: Ein Mann und eine jüdische Frau verliebten sich ineinander. Sie wussten, dass sie im KZ dies nicht überleben würden. Ihr Plan war, dass sich der Mann eine Soldatenuniform und die Frau sich Zivilisten Bekleidung besorgen wollten. Es sollte der Anschein erwirken, dass der SS Soldat eine Gefangene hinausbegleitet. Der Plan funktionierte. Doch leider verrieten die kahlgeschorenen Köpfe und die tätowierten Nummern beide. Sie wurden festgenommen, ins KZ zurückgeführt und öffentlich erhängt. Die letzte Station im Stammlager war das Krematorium, Auf dem Weg dort hin zeigte man und den Galgen, an dem nach der Verurteilung Rudolf Höß erhängt wurde. Nachdem wir das Stammlager verließen, fuhren wir ins Außenlager Birkenau. Vor uns lag ein riesiges Gelände mit Stein- und Holzbaracken sowie den Schienen für die Züge, die die jüdischen Menschen zur Vernichtung ins Lager brachten. Der Völkermord an Millionen von Juden wurde uns nochmals schonungslos bewusst, und jeder, der dieses furchtbare Areal gesehen hat, ist sich bewusst, dass so etwas nie wieder passieren darf. Nach dem KZ-Besuch hatten wir Zeit, die bedrückenden Erlebnisse zu verarbeiten. Den Tag darauf traten wir die Rückfahrt an. Trotz schlechtem Wetter sind wir gut in Berlin angekommen. Auch nächstes Schuljahr soll die Krakau-Auschwitz-Fahrt stattfinden. Wir hoffen, dass sich wieder viele Schüler für dieses einmalige Erlebnis entscheiden.  
     
Facebook Auto Publish Powered By : XYZScripts.com